ecoloop wird mit dem Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt ausgezeichnet

17.01.2012

ecoloop wird mit dem Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt ausgezeichnet

 

Innovation zur emissionsfreien Herstellung von Synthesegas

 

Berlin/Goslar, 17. Januar 2012 – Ein neues Verfahren zur Herstellung von Synthesegas aus Biomasse und Sekundärrohstoffen soll energieintensiven Industrien ermöglichen, den Einsatz fossiler Brennstoffe und damit den CO²-Ausstoß zu verringern. Die bahnbrechende Methode wurde von der Fels-Werke GmbH aus Goslar entwickelt, einer Tochtergesellschaft der Duisburger Xella Gruppe.

 

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) zeichneten dieses Jahr zum dritten Mal gemeinsam Innovationen aus, die dazu beitragen, den Umweltschutz zu verbessern, die drohende Erderwärmung weltweit zu begrenzen und somit das Klima und die Umwelt zu schonen. Aus einer großen Zahl von Bewerbern wählte die hochrangig besetzte Jury unter Vorsitz von Prof. Klaus Töpfer das Harzer Unternehmen für den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt 2011 (IKU) aus. Die wissenschaftliche Bewertung erfolgte durch das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe.

 

Prognosen langfristig steigender Preise für fossile Brennstoffe und die Verpflichtung zum Klimaschutz zwingen Industrieunternehmen weltweit, nach neuen Strategien und Technologien für eine sichere, schadstoffarme und bezahlbare Energieversorgung zu suchen. In einem mehrjährigen Entwicklungsprozess, der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert wird, ist es einem Expertenteam der Fels-Werke gelungen, eine neue hocheffiziente und emissionsfreie Vergasungstechnik im Industriemaßstab zu entwickeln – ecoloop.

 

 

 

Schadstoff- und rauchgasfreie Vergasung in geschlossenem Kreislauf

 

ecoloop verbindet in verschiedenen Industrien bewährte großtechnische Verfahren zu einer neuartigen Technologie. „Kernpunkt ist die Erzeugung eines reinen Brenngases durch Synthese bzw. thermische Spaltung,“ so Roland Möller, Spezialist für Chemie- und Verfahrenstechnik und Geschäftsführer der ecoloop GmbH. „Die Innovation basiert auf einem Schüttgutkreislauf, dem ecoloop.“ In ihm werden in einer intelligenten Kombination Kalk und Ersatzbrennstoffe wie beispielsweise Biomasse, Kunststoffabfälle (Polyethylen (PE), Polyvinylchlorid (PVC) u.a.) oder andere kohlenstoffreiche Materialien zusammengeführt. „Aus diesen Rohstoffen gewinnen wir in einem Schachtofen energieeffizient hochreines Synthesegas, ein Gemisch aus Methan, Wasserstoff und Kohlenmonoxid,“ erläutert Möller.

 

Dr. Herbert F. Müller-Roden Vorsitzender der Geschäftsführung von ecoloop sowie der Muttergesellschaft Fels-Werke gibt sich zuversichtlich: „Das patentierte ecoloop-Verfahren wird neue Maßstäbe in der energieeffizienten Verwertung einer Vielzahl von Einsatzstoffen setzen – ganz ohne die Entstehung giftiger organischer Schadstoffe wie zum Beispiel Dioxinen und Furanen sowie ohne Rauchgase, die eine aufwendige Reinigung erfordern würden.“

 

Am Ende des Vergasungsprozesses bleibt Kohlenstoff übrig, der sogenannte Pyrolysekoks, ein Energieträger, der wiederum innerhalb des Kreislaufes genutzt wird. So kann der ecoloop-Prozess sich nahezu autark mit Energie versorgen (autothermes Vergasungsverfahren). Außerdem wird im Prozess entstehendes CO² rückgeführt und als Vergasungsmittel verwendet. Der gesamte Prozess findet in einem geschlossenen System statt – ohne zusätzliche Emissionen an die Umwelt.

 

ecoloop leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einem nachhaltigen Klimaschutz im Industriesektor – ein Anliegen, dem sich die Xella Gruppe engagiert widmet. Erst kürzlich hat Xella als Gründungsmitglied zusammen mit den Partnern Deutsche Bahn, EWE, M+W Group, Otto Group und PUMA die Stiftung 2° ins Leben gerufen. Gemeinsam wollen die Unternehmen an konkreten Lösungen für einen effizienten Klimaschutz arbeiten.

 

 

 

Pilotanlage im Industriemaßstab

 

Die erste großtechnische Pilotanlage entsteht zurzeit im Kalkwerk Kaltes Tal der Fels-Werke im Oberharz. Dort soll das im Laufe des Jahres 2012 gewonnene Synthesegas als Brennstoff für die Kalkproduktion genutzt werden.

 

Doch die Entwickler denken bereits weiter: „Die Technologie lässt sich nahezu uneingeschränkt auf andere industrielle Anwendungen übertragen und ermöglicht zudem eine standortunabhängige Energieversorgung", erklärt Möller. Einen weiteren Vorteil sieht er darin, dass der Kapitalbedarf für eine ecoloop-Anlage deutlich unterhalb der von Ersatzbrennstoff-Kraftwerken liege – „und das bei einer wesentlich höheren Flexibilität hinsichtlich der Qualität des Input-Materials.“

 

Unter www.ecoloop.eu können detaillierte Informationen über die Ecoloop -Technologie abgerufen werden.

 

Ansprechpartner:

 

Fels-Werke GmbH

Bernd Röwert

Leiter Strategisches Marketing & Kommunikation

Tel.: +49 (0) 5321 - 703 117

Fax.: +49 (0) 5321 - 703 329

E-Mail: bernd_roewert@fels.de

 

Abdruck honorarfrei. Über die Zusendung eines Belegexemplars würden wir uns freuen.

 

 

 

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Pressemeldung Innovationspreis (DE)

Press release innovation award (EN)



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